KI im Film - Unsere Haltung
- Inken Sarah Mischke
- 14. März
- 2 Min. Lesezeit
Ihr habt es schon geahnt, in Zeiten von KI wird Storytelling umso wichtiger. Warum? Wenn wir alles mit ihr zaubern können, entstehen auch viele generische und beliebige Bilder, derer wir bald überdrüssig sind. Was erzählt uns die Geschichte dahinter, was wird uns dadurch erlaubt, zu entdecken, zu fühlen zu verstehen? Oder wir sehen uns bald einfach nach Menschlichem, Gesichtern und Händen, die etwas pflanzen oder kreieren, präsent sind. Die erleben. Erkunden. Spaß haben. Akribisch ihr Ziel verfolgen. Stattdessen von morgens bis abends „Alice im Wunderland“ (man glaubt es kaum, stammt aus dem Jahr 1865)? .Man gibt einen Prompt ein – und erhält eine Welt zurück.
Die Frage ist also nicht nur: „Gehen wir durch die Tür?“
Sondern auch: „Wer kommt wieder heraus?“
Also, was wollen wir? Geld sparen? Realität suggerieren? Dick auftragen? Manipulieren? Oder Pictures of the Future entwerfen, die uns in poetisch-surrealistische Sphären führen, in denen es erlaubt ist, die Begrenzungen der fantasielosen Welt zu verlassen?
Und was heißt das konkret für unsere Arbeit:
Wir sind offen für KI-generierte Bildkreationen, solange sie uns wirklich einen Mehrwert liefern.
Schade (oder tragisch) ist allerdings, dass uns KI-generierte Bilder die eigene Erfahrung rauben. Das Ergebnis mag gleich aussehen, aber wenn ich zwei Tage eine Schildkröte beherbergt habe, um sie dann auf einem Rosenthal-Teller ein Salatblatt fressen zu lassen - dann werde ich mich immer an Schildkröte Sam erinnern und wie wir gelacht haben, als sie auf den Teppich gepinkelt hat. Es ist für mich also nicht das gleiche. Denn die Geschichte seiner Entstehung ist anders, die Fallhöhe, die Umsetzung einer „verrückten Idee“ (war gar nicht so einfach, eine zu finden!). Außerdem wäre dieses Bild - Schildkröte frisst Salat vom Teller - mit der KI erzeugt, für meinen Geschmack eh viel zu kitschig.
Das heißt, dass sich auch unsere Bildsprache ändert, oder wir unser Label draufsetzen: HUMAN ORIGINAL. Echt. Menschlich. Ungeneriert. Und wenn das nicht so ist, dann
betreten wir das Wunderland –
aber wir bleiben Mensch.
Wir übernehmen die menschliche Führung. Warum? Weil KI keine Magie kann. Keine zarten Zwischentöne.
Kein unperfektes Leben. Keinen Kreuzberger Catwalk mit Skizzenbüchern auf dem Kopf. Kein Flanieren mit Straußenfedern. Keine faltige Hand mit kerzengrader Schrift. Keine Kuh, die Blumen vom Teller frißt. Und selbst wenn sie es kann, dann wollen wir das nicht - so tun als ob.
Was KI aber kann, sind technische Lösungen, mit denen wir viel leichter als früher ein paar Dinge umsetzen können.
Fest steht, dass wir uns alle damit auseinandersetzen dürfen und ausloten, was es für uns persönlich, in unserer Arbeit oder für unsere Marke bedeutet, KI einzusetzen.
Ich lasse mich gern auf einen Tanz mit KI ein, aber ich lasse mir nicht erzählen, dass sie alles ersetzt.
Vorteile/Veränderungen von KI für die Produktion:
Kleine Teams können Großes erschaffen
Gestaltungskompetenz wird wichtiger
Regie und Kamera werden digitaler
Alle Departments nutzen KI
Budgets können kostengünstiger angeboten werden
Ist es kostengünstiger?
Nicht automatisch:
Storytelling bleibt
Prompting ist Arbeitszeit
Lizenzkosten
Postproduktion bleibt
Projektmanagement bleibt
Mythos: Bild generieren, fertig?
KI erzeugt Rohmaterial, kein fertige Szene.
Inken Sarah Mischke, Inhaberin Perola Filmes GmbH

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